Unterwegs nach Bethlehem: Tittlinger Schüler begeistern beim Familiengottesdienst zum 2. Advent
„Unterwegs nach Betlehem – mit Stern, Stress und ziemlich viel Herz“- Traditionell fand am 2. Adventssonntag in Tittling wieder ein Familiengottesdienst statt. Allerdings war der Gottesdienst alles andere als traditionell, denn schon am Anfang der Messe stand plötzlich mitten in der Kirche eine leicht panische Fremdenführerin, die dringend – wirklich dringend! – nach Bethlehem musste und den Weg dahin nicht kannte.
So ging sie durch die Kirche und stellte eine Frage, die in der Adventszeit in einem übertragenen Sinn uns alle beschäftigt, nämlich: „Wie komme ich eigentlich nach Bethlehem?“ Logisch konnte ein Navi oder Routenplaner hier nicht weiterhelfen. Gemeinsam mit vielen Kindern, einigen Hirten, Johannes dem Täufer und sogar mit Maria und Josef machte sich die Reisegruppe auf den Weg. Dabei wurde schnell klar, welche Tiefe mit der Frage nach dem Weg in Richtung Bethlehem gemeint war: Bethlehem ist kein Ort, den man einfach anfährt. Es ist ein Ziel für Menschen, die sich in Bewegung setzen, die bereit sind, Umwege zu gehen, Ballast abzuwerfen und sich von Gottes Liebe anstecken zu lassen. Aber zum Glück war die Reisegruppe nicht allein unterwegs.
Mit viel Spielfreude, Humor und Tiefgang zeigten Schülerinnen und Schüler aus Tittling und Witzmannsberg, dass der Weg zu Jesus nicht perfekt sein muss – nur ehrlich. So erinnerte Benedikt, verkleidet als Johannes der Täufer daran, dass Umkehren manchmal wichtiger ist als Weitermachen. Die Hirten Lydia, Jakob, Theo und Alina machten Mut: Auch wer sich klein fühlt oder übersehen wird, ist Gott wichtig. Und Julia als Maria und Valentin als Josef zeigten, dass Vertrauen manchmal bedeutet, weiterzugehen, auch wenn man noch nicht alles versteht. Bei den Fürbitten brachten die Kinder Sterne an einer Stellwand an: jede Bitte ein Lichtpunkt – und am Ende ein ganzer Himmel voller Hoffnung.
Ein besonderes Highlight war die musikalische Umrahmung der Familienmesse. Einige Grundschülerinnen und Grundschüler der Grund- und Mittelschule Tittling haben gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Frau Seider einen kleinen „Sponti-Chor“ gebildet und den Weg der Reisegruppe und der gesamten Gemeinde nach Bethlehem begleitet. So wurde dieser Gottesdienst zu einer fröhlichen, lebendigen Weggemeinschaft – mit Lachen, Nachdenken und der stillen Gewissheit: Wir sind schon näher an Bethlehem, als wir denken. Vielleicht genau da, wo Menschen sich Zeit füreinander nehmen, Hoffnung teilen und gemeinsam unterwegs sind.



