„Unser Leben – eine Baustelle mit Fundament“ - Firmung 2026

Tittling Pfarrverband am 21.05.2026

Die diesjährige Firmung stand unter einem Bild, das viele sofort verstanden haben: das Leben als Baustelle. Schon in der Vorbereitung, wie auch im Gottesdienst selbst, zog sich dieses Motiv wie ein roter Faden durch alle Elemente – von der Begrüßung bis zur Predigt und den Fürbitten. Es war ein Bild, das ehrlich ist, lebensnah und zugleich voller Hoffnung.

Wer an eine Bau­stel­le denkt, hat schnell Bil­der im Kopf: Unord­nung, Lärm, Umwe­ge, viel­leicht auch Unsi­cher­heit. Genau so erle­ben vie­le jun­ge Men­schen – und nicht nur sie – ihr eige­nes Leben. Es ist nicht fer­tig. Es gibt Plä­ne, aber nicht alles läuft nach Plan.

In der Pre­digt griff Dom­ka­pi­tu­lar Auer die­ses Bild wie­der auf: Jeder Mensch ist gewis­ser­ma­ßen ​„im Bau“. Nie­mand ist schon fer­tig, nie­mand hat schon alles erreicht oder ver­stan­den. Und genau dar­in liegt kei­ne Schwä­che, son­dern eine Wahr­heit über unser Leben. Sie zeigt, dass etwas wächst und Gestalt annimmt.

Ein zen­tra­les Motiv aus dem Evan­ge­li­um griff Dom­ka­pi­tu­lar Auer in der Pre­digt eben­falls auf: das Fun­da­ment. Denn jede Bau­stel­le braucht einen trag­fä­hi­gen Unter­grund. Ohne Fun­da­ment wird kein Gebäu­de sta­bil ste­hen. Für das Leben der Chris­tin­nen und Chris­ten bedeu­tet die­ses Fun­da­ment: Ver­trau­en in Jesus Chris­tus. Es geht dabei nicht um abs­trak­te Leh­ren, son­dern um eine leben­di­ge Bezie­hung. Da ist jemand, der mich kennt, der mich beim Namen ruft, der mich beglei­tet. Genau das wur­de den Firm­lin­gen zuge­spro­chen: dass sie auf die­se Freund­schaft bau­en können.

Ein beson­de­rer Höhe­punkt der Fir­mung ist die Zusa­ge des Hei­li­gen Geis­tes. Dom­ka­pi­tu­lar Auer ver­such­te wun­der­bar die­ses oft schwer greif­ba­re Geschenk ver­ständ­lich zu machen: Der Hei­li­ge Geist ist die Lie­be Got­tes selbst, die in unser Leben hin­ein­kommt. Er ist die Kraft, die Angst ver­wan­deln kann – so wie damals bei den Jün­gern an Pfings­ten. Er ist die Inspi­ra­ti­on, die Mut macht, neue Wege zu gehen. Und er ist die Gegen­wart Got­tes, die bleibt, auch wenn wir sie nicht sehen können.

Für die Firm­lin­ge wur­de deut­lich: Die Fir­mung ist kein ein­ma­li­ges Ereig­nis, das schnell vor­bei ist. Sie ist viel­mehr ein Anfang – ein per­sön­li­ches ​„Pfings­ten“, das ihr Leben beglei­ten will.

Ein beson­ders ein­drück­li­cher Gedan­ke war, dass schein­bar klei­ne Wor­te eine gro­ße Bedeu­tung haben kön­nen. Wenn ein Mensch sagt: ​„Ich lie­be dich“, dann sind das nur weni­ge Wor­te – und doch öff­nen sie eine gan­ze Welt. Ähn­lich ist es mit den Wor­ten der Fir­mung: ​„Sei besie­gelt durch die Gabe Got­tes, den Hei­li­gen Geist.“ Für Außen­ste­hen­de mögen sie schlicht klin­gen. Für die, die sie emp­fan­gen, sind sie jedoch eine tie­fe Zusa­ge: Gott kennt dich. Gott steht zu dir. Gott beglei­tet dich.

Dom­ka­pi­tu­lar Auer ermu­tig­te in der Pre­digt die Firm­lin­ge, sich nicht mit ande­ren zu ver­glei­chen. Denn der Wert eines Men­schen hängt nicht davon ab, was er bes­ser oder schlech­ter kann als ande­re. Ent­schei­dend ist, die eige­nen Talen­te zu ent­de­cken und zu ent­fal­ten. Manch­mal sind es gera­de die unschein­ba­ren Fähig­kei­ten – etwa gut zuhö­ren zu kön­nen –, die für ande­re von unschätz­ba­rem Wert sind.

So wur­de die Fir­mung 2026 zu einem Fest der Hoff­nung. Ein Fest, das deut­lich mach­te: Das Leben muss nicht per­fekt sein. Es darf eine Bau­stel­le sein. Wich­tig ist, dass wir ein trag­fä­hi­ges Fun­da­ment haben, dass wir Men­schen an unse­rer Sei­te wis­sen und dass wir dar­auf ver­trau­en dür­fen: Gott baut mit. Oder, wie es im Got­tes­dienst auf den Punkt gebracht wur­de: Bau­stel­len sind kei­ne Orte des Schei­terns – son­dern Orte der Ver­än­de­rung, an denen Neu­es ent­ste­hen kann.

Mit die­sem Ver­trau­en gehen die Firm­lin­ge nun ihren wei­te­ren Weg – gestärkt, beglei­tet und getra­gen von der Zusa­ge Got­tes. Pas­send dazu ver­teil­ten die Gefirm­ten eine Bot­schaft als Mit­gebsel an alle Got­tes­dienst­be­su­cher. Bau­stei­ne aus Zucker soll­ten als Erin­ne­rung an die­sen beson­de­ren Tag die­nen. Am Ende des fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes dank­te Dekan Feucht­in­ger Dom­ka­pi­tu­lar Auer, dem Firm­vor­be­rei­tungs­team, allen Patin­nen und Paten, den Minis­tran­ten, sowie dem Chor ​„Hea­ven­light“ für die berüh­ren­de musi­ka­li­sche Gestaltung.

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