Wenn in den Tagen nach Weihnachten kleine Königinnen und Könige mit schief sitzenden Kronen, funkelnden Sternen und roten Wangen vor den Haustüren stehen, dann ist klar: Die Sternsinger sind wieder unterwegs. Auch in diesem Jahr haben sie in unserem Pfarrverband gezeigt, dass Engagement kein Alter kennt – und dass man mit Segensworten und einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen tatsächlich die Welt ein kleines Stück verändern kann. 109 Kinder, Jugendliche und Teenies aus dem gesamten Pfarrverband waren zwischen dem 27. Dezember und 3. Januar als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. Sie zogen durch Straßen, besuchten Häuser und Wohnungen, sprachen den Segen und sammelten dabei 11.100,50 Euro für die weltweiten Hilfsprojekte der Aktion Dreikönigssingen – der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.
Los ging die diesjährige Sternsinger-Aktion mit der feierlichen Aussendung der Sternsinger am 26. Dezember 2025 in Tittling und Neukirchen vorm Wald. Von dort aus machten sich die Gruppen in den darauffolgenden Tagen auf den Weg: In Witzmannsberg waren die Sternsinger zwischen dem 27. Dezember und dem 3. Januar unterwegs, in Tittling am 2. Januar, in Neukirchen am 3. Januar. In nahezu allen Gebieten des Pfarrverbands konnten Haushalte besucht werden – viele Türen standen offen, vielerorts entstanden kurze Gespräche und Begegnungen, die das Sternsingen jedes Jahr aufs Neue prägen.
Bereits im Vorfeld war die Aktion gut vorbereitet. Die Königsgewänder konnten nach Voranmeldung schon zu den Weihnachtsgottesdiensten abgeholt werden, sodass die Kinder gleich nach den Feiertagen startklar waren. Wie auch in den letzten Jahren, wurde das Sternsingen in Tittling und Neukirchen vorm Wald wieder zentral organisiert. Gemeindereferent Felix Sanftleben begrüßte am Aktionstag die Kinder, teilte noch fehlende Gewänder aus, führte die notwendige Belehrung durch, stellte die Gruppen zusammen und koordinierte im Hintergrund die Eltern, die die Fahrdienste übernahmen.
„Es ist jedes Jahr beeindruckend zu sehen, mit wie viel Begeisterung, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein die Kinder dabei sind“, so Gemeindereferent Felix Sanftleben. „Sie gehen bei Wind und Kälte los, um anderen Menschen eine Freude zu machen – und um Kindern auf der ganzen Welt zu helfen. Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Zur Mittagszeit kehrten die Gruppen jeweils ins Pfarrzentrum zurück. Dort warteten ein einfaches warmes Essen und heißer Tee, bevor es gestärkt zur zweiten Runde bis in die Dämmerung ging. Am Ende des Tages wurde jeweils das große Spendenergebnis feierlich verkündet, und natürlich durften auch die gesammelten Süßigkeiten nicht fehlen.
In Witzmannsberg hatten die Eltern die Gruppen bereits im Vorfeld eingeteilt. Die Sternsinger waren in kleinen Gruppen eigenständig unterwegs und wurden zum Mittag bei in Vorfeld vereinbarten Familien begrüßt. Die gesammelten Spenden kommen den Hilfsprojekten der Sternsinger zugute. Unter dem diesjährigen Leitgedanken „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ richtet sich der Blick besonders auf Kinder, die weltweit unter ausbeuterischer Arbeit leiden. Rund 138 Millionen Kinder müssen weltweit arbeiten – oft unter gefährlichen Bedingungen und ohne die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.
Ein besonderer Fokus liegt unter anderem auf Projekten in Bangladesch und weiteren Ländern. Dort unterstützen die Partnerorganisationen der Sternsinger Familien, die in extremer Armut leben, ermöglichen Kindern den Zugang zu Bildung, helfen Eltern dabei, ein eigenes Einkommen zu sichern, und tragen so dazu bei, den Kreislauf aus Armut und Kinderarbeit zu durchbrechen. Ziel all dieser Projekte ist es, die Würde jedes Kindes zu schützen und echte Zukunftsperspektiven zu schaffen.
Ein besonders eindrucksvoller Höhepunkt der Aktion war der gemeinsame Abschlussgottesdienst am 6. Januar 2026 um 10.00 Uhr in den Pfarrkirchen Tittling und Neukirchen. Noch einmal trugen die Sternsinger ihre Königsgewänder und bedankten sich bei der Gemeinde für die Spenden, die offenen Türen und die vielen freundlichen Begegnungen.
Die Kinder gestalteten den Gottesdienst aktiv mit: Sie übernahmen Lesungstexte, Kyrie-Rufe und Fürbitten und wirkten bei einem Anspiel zur Predigt mit. Inhaltlich stand dabei erneut der Einsatz gegen Kinderarbeit im Mittelpunkt. Besonders eindrucksvoll war die Verbindung zwischen der Königswürde, die die Weisen aus dem Morgenland dem Jesuskind entgegenbrachten, und der Würde aller Kinder weltweit, die es zu schützen gilt.
„Die Sternsinger zeigen uns, dass jedes Kind ein Königskind ist – ganz gleich, wo es geboren wurde“, fasste Gemeindereferent Felix Sanftleben die Botschaft zusammen. „Mit ihrem Einsatz machen sie diese Würde sichtbar und helfen ganz konkret.“ Am Ende des Festgottesdienstes wurden die königlichen Gewänder abgelegt, Sterne eingepackt und Kreide verstaut. Zurück bleibt der Segensspruch an vielen Türen – und das Wissen, dass ein paar Tage Einsatz mehr bewirkt haben als man auf den ersten Blick sieht.



