Ministranten

Sternsinger-Rekord im Pfarrverband: 109 Kinder sammeln 11.100 Euro gegen Kinderarbeit

Tittling Pfarrverband am 20.01.2026

Wenn in den Tagen nach Weihnachten kleine Königinnen und Könige mit schief sitzenden Kronen, funkelnden Sternen und roten Wangen vor den Haustüren stehen, dann ist klar: Die Sternsinger sind wieder unterwegs. Auch in diesem Jahr haben sie in unserem Pfarrverband gezeigt, dass Engagement kein Alter kennt – und dass man mit Segensworten und einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen tatsächlich die Welt ein kleines Stück verändern kann. 109 Kinder, Jugendliche und Teenies aus dem gesamten Pfarrverband waren zwischen dem 27. Dezember und 3. Januar als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. Sie zogen durch Straßen, besuchten Häuser und Wohnungen, sprachen den Segen und sammelten dabei 11.100,50 Euro für die weltweiten Hilfsprojekte der Aktion Dreikönigssingen – der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Los ging die dies­jäh­ri­ge Stern­sin­ger-Akti­on mit der fei­er­li­chen Aus­sendung der Stern­sin­ger am 26. Dezem­ber 2025 in Titt­ling und Neu­kir­chen vorm Wald. Von dort aus mach­ten sich die Grup­pen in den dar­auf­fol­gen­den Tagen auf den Weg: In Witz­manns­berg waren die Stern­sin­ger zwi­schen dem 27. Dezem­ber und dem 3. Janu­ar unter­wegs, in Titt­ling am 2. Janu­ar, in Neu­kir­chen am 3. Janu­ar. In nahe­zu allen Gebie­ten des Pfarr­ver­bands konn­ten Haus­hal­te besucht wer­den – vie­le Türen stan­den offen, vie­ler­orts ent­stan­den kur­ze Gesprä­che und Begeg­nun­gen, die das Stern­sin­gen jedes Jahr aufs Neue prägen.

Bereits im Vor­feld war die Akti­on gut vor­be­rei­tet. Die Königs­ge­wän­der konn­ten nach Vor­anmel­dung schon zu den Weih­nachts­got­tes­diens­ten abge­holt wer­den, sodass die Kin­der gleich nach den Fei­er­ta­gen start­klar waren. Wie auch in den letz­ten Jah­ren, wur­de das Stern­sin­gen in Titt­ling und Neu­kir­chen vorm Wald wie­der zen­tral orga­ni­siert. Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben begrüß­te am Akti­ons­tag die Kin­der, teil­te noch feh­len­de Gewän­der aus, führ­te die not­wen­di­ge Beleh­rung durch, stell­te die Grup­pen zusam­men und koor­di­nier­te im Hin­ter­grund die Eltern, die die Fahr­diens­te übernahmen.

„Es ist jedes Jahr beein­dru­ckend zu sehen, mit wie viel Begeis­te­rung, Aus­dau­er und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein die Kin­der dabei sind“, so Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben. ​„Sie gehen bei Wind und Käl­te los, um ande­ren Men­schen eine Freu­de zu machen – und um Kin­dern auf der gan­zen Welt zu hel­fen. Das ist alles ande­re als selbstverständlich.“

Zur Mit­tags­zeit kehr­ten die Grup­pen jeweils ins Pfarr­zen­trum zurück. Dort war­te­ten ein ein­fa­ches war­mes Essen und hei­ßer Tee, bevor es gestärkt zur zwei­ten Run­de bis in die Däm­me­rung ging. Am Ende des Tages wur­de jeweils das gro­ße Spend­en­er­geb­nis fei­er­lich ver­kün­det, und natür­lich durf­ten auch die gesam­mel­ten Süßig­kei­ten nicht fehlen.

In Witz­manns­berg hat­ten die Eltern die Grup­pen bereits im Vor­feld ein­ge­teilt. Die Stern­sin­ger waren in klei­nen Grup­pen eigen­stän­dig unter­wegs und wur­den zum Mit­tag bei in Vor­feld ver­ein­bar­ten Fami­li­en begrüßt. Die gesam­mel­ten Spen­den kom­men den Hilfs­pro­jek­ten der Stern­sin­ger zugu­te. Unter dem dies­jäh­ri­gen Leit­ge­dan­ken ​„Schu­le statt Fabrik – Stern­sin­gen gegen Kin­der­ar­beit“ rich­tet sich der Blick beson­ders auf Kin­der, die welt­weit unter aus­beu­te­ri­scher Arbeit lei­den. Rund 138 Mil­lio­nen Kin­der müs­sen welt­weit arbei­ten – oft unter gefähr­li­chen Bedin­gun­gen und ohne die Mög­lich­keit, eine Schu­le zu besuchen.

Ein beson­de­rer Fokus liegt unter ande­rem auf Pro­jek­ten in Ban­gla­desch und wei­te­ren Län­dern. Dort unter­stüt­zen die Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen der Stern­sin­ger Fami­li­en, die in extre­mer Armut leben, ermög­li­chen Kin­dern den Zugang zu Bil­dung, hel­fen Eltern dabei, ein eige­nes Ein­kom­men zu sichern, und tra­gen so dazu bei, den Kreis­lauf aus Armut und Kin­der­ar­beit zu durch­bre­chen. Ziel all die­ser Pro­jek­te ist es, die Wür­de jedes Kin­des zu schüt­zen und ech­te Zukunfts­per­spek­ti­ven zu schaffen.

Ein beson­ders ein­drucks­vol­ler Höhe­punkt der Akti­on war der gemein­sa­me Abschluss­got­tes­dienst am 6. Janu­ar 2026 um 10.00 Uhr in den Pfarr­kir­chen Titt­ling und Neu­kir­chen. Noch ein­mal tru­gen die Stern­sin­ger ihre Königs­ge­wän­der und bedank­ten sich bei der Gemein­de für die Spen­den, die offe­nen Türen und die vie­len freund­li­chen Begegnungen.

Die Kin­der gestal­te­ten den Got­tes­dienst aktiv mit: Sie über­nah­men Lesungs­tex­te, Kyrie-Rufe und Für­bit­ten und wirk­ten bei einem Anspiel zur Pre­digt mit. Inhalt­lich stand dabei erneut der Ein­satz gegen Kin­der­ar­beit im Mit­tel­punkt. Beson­ders ein­drucks­voll war die Ver­bin­dung zwi­schen der Königs­wür­de, die die Wei­sen aus dem Mor­gen­land dem Jesus­kind ent­ge­gen­brach­ten, und der Wür­de aller Kin­der welt­weit, die es zu schüt­zen gilt.

„Die Stern­sin­ger zei­gen uns, dass jedes Kind ein Königs­kind ist – ganz gleich, wo es gebo­ren wur­de“, fass­te Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben die Bot­schaft zusam­men. ​„Mit ihrem Ein­satz machen sie die­se Wür­de sicht­bar und hel­fen ganz kon­kret.“ Am Ende des Fest­got­tes­diens­tes wur­den die könig­li­chen Gewän­der abge­legt, Ster­ne ein­ge­packt und Krei­de ver­staut. Zurück bleibt der Segens­spruch an vie­len Türen – und das Wis­sen, dass ein paar Tage Ein­satz mehr bewirkt haben als man auf den ers­ten Blick sieht.

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