Ministranten

Mini-Max-Tag - „Ich habe heute so viel gelernt – mein Becher ist übergelaufen!“

Tittling Pfarrverband am 25.02.2026

Manchmal braucht es keine großen Requisiten, keine riesige Bühne und kein kompliziertes Thema. Manchmal reicht ein einfacher Becher. Genau so begann der Mini-Max-Tag 2026 der Pfarrverbands-Ministranten. Mit einem Becher in der Hand und der überraschend tiefgründigen Frage: Wie gefüllt bin ich heute eigentlich?

Schon beim Ankom­men war ein Becher zen­tral vor dem gro­ßen Kreuz im Medi­ta­ti­ons­raum von St. Max. Nicht gefüllt mit Kaf­fee oder Limo, son­dern mit Gedan­ken. Bin ich rand­voll mit Ener­gie? Halb voll mit guter Lau­ne? Oder eher leer – aus­ge­laugt vom Schul­stress, genervt von Mathe, müde vom All­tag? Schnell wur­de klar: Ein Becher ist viel mehr als ein Trink­ge­fäß. Er ist ein ziem­lich ehr­li­ches Bild für unser Leben.

In der the­ma­ti­schen Ein­heit, die Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben aus­ge­stal­tet hat­te, stand zunächst ein lee­rer Becher im Mit­tel­punkt. Ein lee­rer Becher, der bereit ist, aber eben leer. Lang­sam wur­de Was­ser hin­ein­ge­gos­sen. Plötz­lich hat­te er Gewicht, Inhalt und eine Bedeu­tung. Und genau das pas­siert auch mit uns. Was uns füllt, gibt uns Sub­stanz. Freun­de, Fami­lie, Musik, Hob­bys, Erfolg, Glau­be – all das kann unse­ren inne­ren Becher fül­len. Aber es wur­de auch ehr­lich dar­über gespro­chen, was ihn leert: zum Bei­spiel Druck, Streit, Mob­bing, Stress oder das Gefühl, nicht dazuzugehören.

In die­sem Zusam­men­hang begeg­ne­te der Grup­pe dann ein star­kes Bibel­wort: ​„Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reich­lich den Becher.“ (Psalm 23) Ein vol­ler Becher war zur Zeit der Bibel ein Zei­chen: Du bist will­kom­men und Du gehörst dazu. Sogar — wie es im Psalm heißt — ein über­vol­ler Becher, der klar wer­den lässt: Gott gibt nicht nur ​„gera­de genug“, er schenkt großzügig.

Span­nend wur­de es, als dann der Blick auf den Kelch im Got­tes­dienst gerich­tet wur­de. Beim letz­ten Abend­mahl nahm Jesus den Kelch, teil­te ihn und mach­te deut­lich: Die­ser Becher steht für Hin­ga­be, Lie­be und Mut. Beson­ders für unse­re Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten bekam die­ses Bild plötz­lich Gewicht. Wer den Kelch trägt, steht ganz nah am Gesche­hen. Ganz nah an die­sem Geheim­nis des Glaubens.

Doch ein Tag im Haus St. Maxi­mi­li­an wäre nicht der Max-Tag ohne eine ordent­li­che Por­ti­on Action. Das Cha­os-Spiel mach­te sei­nem Namen alle Ehre. Es wur­de gerannt, gesucht, gerech­net, dis­ku­tiert, geju­belt. Stra­te­gien wur­den in Win­des­ei­le ent­wi­ckelt und eben­so schnell wie­der ver­wor­fen. Zwi­schen­durch hör­te man Sät­ze wie: ​„Das war ganz anders geplant!“ oder ​„Wer hat eigent­lich die Num­mer 17 gese­hen?!“ Was nach Durch­ein­an­der klang, ent­pupp­te sich als Team­ar­beit in Höchstform.

Und als wäre das noch nicht genug, folg­te ein Spie­le-Feu­er­werk, das sei­nes­glei­chen sucht: ​„Peng“, ​„Obst­sa­lat“, ​„Zei­tungs­schla­gen“, ​„Sto­ry of a Litt­le Pony“, ​„Elfen­wald“ – spä­tes­tens beim ​„Thea­tra­li­schen Ster­ben“ war klar, dass hier schau­spie­le­ri­sches Talent schlum­mert, das drin­gend einen Oscar ver­dient hät­te. Es wur­de geblin­zelt, dis­ku­tiert, gelacht, empört pro­tes­tiert und wie­der ver­söhnt. Der Becher der Freu­de lief defi­ni­tiv über.

Zwi­schen all dem Lachen gab es aber auch ganz per­sön­li­che Momen­te. Jede und jeder bekam einen eige­nen Becher – als Sym­bol für das eige­ne Leben, das eige­ne Herz. In einer kur­zen Stil­le durf­te jede Per­son sich fra­gen: Wie sieht mein Becher gera­de aus? Eher leer? Halb voll? Rand­voll? Oder läuft er viel­leicht sogar über? Anschlie­ßend wur­de gestal­tet. Far­ben, Wor­te, Sym­bo­le fan­den ihren Platz auf den Bechern. ​„Das füllt mein Leben.“ – ​„Das wün­sche ich mir.“ – ​„Das möch­te ich wei­ter­ge­ben.“ Am Ende stan­den sie alle in der Mit­te: 32 Becher. 32 Per­sön­lich­kei­ten. 32 Geschich­ten. Kein Becher glich dem ande­ren – und doch gehör­ten sie zusammen.

In einer letz­ten Run­de wan­der­te ein Becher von Hand zu Hand. Jede Per­son sag­te nur ein Wort, das vom Tag bleibt. ​„Freu­de.“ – ​„Cha­os.“ – ​„Team.“ – ​„Mut.“ – ​„Respekt.“ – ​„Laut.“ – ​„Gemein­schaft.“ Mehr brauch­te es nicht. Und viel­leicht bleibt genau die­ses Bild: Ein Becher ist nur dann wirk­lich wich­tig, wenn er geteilt wird. Beim letz­ten Abend­mahl gab es nicht für jeden einen eige­nen Kelch. Ein Kelch – vie­le Men­schen. Nie­mand bleibt außen vor.

Der Mini-Max-Tag 2026 war laut und lei­se zugleich. Chao­tisch und tief­ge­hend. Spie­le­risch und ernst. Und alle unse­re Minis gin­gen mit der Gewiss­heit nach Hau­se, dass Gott unse­re Becher kennt – und sie fül­len will. 

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