„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ – Antoine de Saint-Exupéry
Popcorn, Eis und Maria – was auf den ersten Blick nach einer ungewöhnlichen Mischung klingt, wurde für die Ministrantinnen und Ministranten unseres Pfarrverbands zu einem rundum gelungenen Sonntag.
Unter dem Motto „Film – Ice – Mary“ machten sich rund 30 Minis am 17. Mai 2026 auf den Weg nach Passau. Los ging es um 13 Uhr im Cineplex. Dort stand der Film „Der Wunderweltenbaum“ auf dem Programm. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein geheimnisvoller Baum, der verschiedene Welten miteinander verbindet und den Menschen zeigt, dass Mut, Zusammenhalt und Vertrauen stärker sind als Angst und Egoismus. Die Hauptfiguren müssen lernen, füreinander da zu sein und sich aufeinander zu verlassen – gar nicht so weit weg von dem, was auch Ministranten ausmacht. Denn auch beim Ministrieren funktioniert vieles nur gemeinsam: Einer allein läutet vielleicht die Glocken, aber ohne die anderen wird daraus noch lange kein feierlicher Gottesdienst. Und sogar eine Brücke zu Maria ließ sich entdecken: Wie die Menschen im Film lernen müssen zu vertrauen, obwohl sie nicht alles verstehen, so hat auch Maria Gott vertraut, obwohl sie nicht wusste, wohin ihr Weg führen würde. Ganz nach dem Motto: Nicht alles sofort verstehen müssen – manchmal reicht es, mutig den nächsten Schritt zu gehen.
Nach so viel Kino-Abenteuer wurde es dann italienisch: In der Eisdiele „Fontanella“ wartete auf jeden Mini eine Kugel Eis (oder vielleicht auch zwei…). Spätestens dort war klar: Gemeinschaft schmeckt mit Schokoladen- und Melonen-Eis noch ein bisschen besser. Frisch gestärkt ging es anschließend weiter zum Domplatz. In der Kapelle St. Stephan des ehemaligen Priesterseminars kamen auch Eltern und Geschwister dazu, um gemeinsam Maiandacht zu feiern. Unter dem Titel „Maria – Spiegel des Glaubens“ gestalteten die Minis zusammen mit Gemeindereferent Felix Sanftleben eine kreative und zugleich nachdenkliche Andacht.
Schon der Beginn sorgte für einige Lacher: Felix Sanftleben kam mit einem Spiegel herein und kündigte einen „Spiegel-Test“ an. Die spontane Sorge der Kinder, es könnte plötzlich um vergessene Hausaufgaben oder das Chaos im Kinderzimmer gehen, war nicht ganz unbegründet. Doch schnell wurde klar: Ein Spiegel zeigt nicht nur das Gesicht, sondern manchmal auch das Gute, das in einem steckt.
Genau darum ging es auch bei Maria. Gemeinsam hörten die Minis die Geschichte von der Verkündigung aus dem Lukasevangelium. Dabei wurde deutlich: Maria hatte keinen perfekten Plan, sie hatte Fragen und bestimmt auch Angst. Trotzdem sagte sie „Ja“ zu Gott. Begriffe wie „Vertrauen“, „Mut“, „Ja sagen“ und „Für andere da sein“ wurden rund um einen Spiegel geklebt und gemeinsam überlegt, wo diese Eigenschaften auch heute wichtig sind – in der Schule, zuhause oder unter Freunden.
Ein besonderes Erinnerungsstück durfte natürlich nicht fehlen: Jeder Mini bekam einen kleinen Handspiegel geschenkt und schrieb darauf „Wie Maria…“. Der Spiegel soll daran erinnern, im Alltag immer wieder auf Maria als Vorbild zu schauen.
Zum Abschluss blickten alle noch einmal bewusst in ihren Spiegel, während Gemeindereferent Felix Sanftleben den Segen sprach: für die Augen, damit sie das Gute sehen, für das Herz, damit es vertrauen kann, und für die Hände, damit sie Gutes tun. So wurde aus „Film – Ice – Mary“ ein Nachmittag mit allem, was dazugehört: Kino, Eis, Gemeinschaft, Glauben – und der Erkenntnis, dass Maria vielleicht doch mehr mit einem Spiegel gemeinsam hat, als man zuerst denkt.



