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Kinderpilgerwanderung

Tittling Pfarrverband am 21.05.2026

„Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte, da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen.“ – Khalil Gibran

So ähn­lich muss es sich wohl auch am 24. April 2026 ange­fühlt haben, als sich eine Grup­pe Kom­mu­ni­on­kin­der gemein­sam mit Pil­ger­weg­be­glei­te­rin Wal­traud Pün­ner und Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben auf einen beson­de­ren Weg mach­te – einen Weg vol­ler Gedan­ken, Begeg­nun­gen und klei­ner Wun­der am Wegesrand.

Der Aus­gangs­punkt war das gro­ße Kreuz am Ein­gang des Muse­ums­dor­fes. Dort traf sich eine Grup­pe der Kom­mu­ni­on­kin­der um 14.00 Uhr zu einer ganz beson­de­ren Pil­ger­wan­de­rung. Doch dies­mal waren nicht nur Trink­fla­schen, Brot­zeit und gute Lau­ne im Gepäck. Im Ruck­sack befan­den sich auch die ​„Sor­gen­brie­fe“ der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner des Alten­heims St. Mari­en in Titt­ling. Dar­in hat­ten die Senio­rin­nen und Senio­ren ihre Bit­ten, Sor­gen und Gedan­ken auf­ge­schrie­ben – man­ches viel­leicht schwer wie ein Stein, man­ches hoff­nungs­voll wie ein Sonnenstrahl.

Pil­ger­weg­be­glei­te­rin Wal­traud Pün­ner hol­te die­se Brie­fe zuvor im Alten­heim ab und über­nahm damit gewis­ser­ma­ßen einen beson­de­ren ​„Post­dienst zum Him­mel“. Nach einer Ein­füh­rung seg­ne­te Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben die Kin­der und die Wall­fahrts­kreu­ze. Dann mach­te sich die Grup­pe auf den Weg.

Und die­ser Weg hat­te eini­ges zu bie­ten. Vor­bei an brü­ten­den Schwä­nen, führ­te die Stre­cke ent­lang klei­ner Bäche und Rinn­sa­le hin­ein in den Wald. Frau Pün­ner erklär­te unter­wegs immer wie­der Span­nen­des aus der Natur. Denn sie ist nicht nur Pil­ger­weg­be­glei­te­rin, son­dern auch Wild­kräu­ter­päd­ago­gin. So wur­de aus der Wan­de­rung ganz neben­bei auch eine klei­ne Ent­de­ckungs­rei­se. Man­che Kin­der staun­ten nicht schlecht dar­über, was am Weges­rand alles wächst und dass ​„Unkraut“ manch­mal erstaun­lich nütz­lich sein kann. Ver­mut­lich wird jetzt der ein oder ande­re Löwen­zahn im hei­mi­schen Gar­ten mit etwas mehr Respekt betrachtet.

Mit­ten im Wald gab es eine Pau­se. Und wie es sich für eine gute Pil­ger­ge­mein­schaft gehört, wur­de nicht nur geras­tet, son­dern auch gesun­gen. Gemein­de­re­fe­rent Felix Sanft­le­ben griff zur Gitar­re, die Kin­der stimm­ten christ­li­che Kin­der­lie­der an und zwi­schen den Bäu­men klang es zeit­wei­se fast wie bei einem klei­nen Open-Air-Gottesdienst.

Gegen 16.00 Uhr erreich­te die Grup­pe schließ­lich die ehr­wür­di­ge Eng­l­burg. Dort wur­den die Pil­ge­rin­nen und Pil­ger von der Burg­her­rin herz­lich begrüßt. In der alten Schloss­ka­pel­le, die dem hei­li­gen Georg geweiht ist, fei­er­te die Grup­pe einen kind­ge­rech­ten Pil­ger­got­tes­dienst. Ein beson­ders bewe­gen­der Moment war es, als die Sor­gen­brie­fe der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner aus dem Alten­heim zum Altar gebracht wur­den. Damit wur­den all die Bit­ten, Ängs­te, Hoff­nun­gen und Gedan­ken sym­bo­lisch vor Gott getragen.

Viel­leicht ist genau das das Schö­ne am Pil­gern: Man geht nicht nur einen Weg mit den Füßen, son­dern auch mit dem Her­zen. Und manch­mal trägt man dabei nicht nur die eige­nen Sor­gen, son­dern auch die eines ande­ren ein Stück mit.

Zwi­schen Wald­we­gen, Lie­dern, Schwä­nen und alten Burg­mau­ern wur­de spür­bar: Gemein­schaft kann tra­gen. Und geteil­te Sor­gen wer­den manch­mal tat­säch­lich ein wenig leichter.

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