So ähnlich muss es sich wohl auch am 24. April 2026 angefühlt haben, als sich eine Gruppe Kommunionkinder gemeinsam mit Pilgerwegbegleiterin Waltraud Pünner und Gemeindereferent Felix Sanftleben auf einen besonderen Weg machte – einen Weg voller Gedanken, Begegnungen und kleiner Wunder am Wegesrand.
Der Ausgangspunkt war das große Kreuz am Eingang des Museumsdorfes. Dort traf sich eine Gruppe der Kommunionkinder um 14.00 Uhr zu einer ganz besonderen Pilgerwanderung. Doch diesmal waren nicht nur Trinkflaschen, Brotzeit und gute Laune im Gepäck. Im Rucksack befanden sich auch die „Sorgenbriefe“ der Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims St. Marien in Tittling. Darin hatten die Seniorinnen und Senioren ihre Bitten, Sorgen und Gedanken aufgeschrieben – manches vielleicht schwer wie ein Stein, manches hoffnungsvoll wie ein Sonnenstrahl.
Pilgerwegbegleiterin Waltraud Pünner holte diese Briefe zuvor im Altenheim ab und übernahm damit gewissermaßen einen besonderen „Postdienst zum Himmel“. Nach einer Einführung segnete Gemeindereferent Felix Sanftleben die Kinder und die Wallfahrtskreuze. Dann machte sich die Gruppe auf den Weg.
Und dieser Weg hatte einiges zu bieten. Vorbei an brütenden Schwänen, führte die Strecke entlang kleiner Bäche und Rinnsale hinein in den Wald. Frau Pünner erklärte unterwegs immer wieder Spannendes aus der Natur. Denn sie ist nicht nur Pilgerwegbegleiterin, sondern auch Wildkräuterpädagogin. So wurde aus der Wanderung ganz nebenbei auch eine kleine Entdeckungsreise. Manche Kinder staunten nicht schlecht darüber, was am Wegesrand alles wächst und dass „Unkraut“ manchmal erstaunlich nützlich sein kann. Vermutlich wird jetzt der ein oder andere Löwenzahn im heimischen Garten mit etwas mehr Respekt betrachtet.
Mitten im Wald gab es eine Pause. Und wie es sich für eine gute Pilgergemeinschaft gehört, wurde nicht nur gerastet, sondern auch gesungen. Gemeindereferent Felix Sanftleben griff zur Gitarre, die Kinder stimmten christliche Kinderlieder an und zwischen den Bäumen klang es zeitweise fast wie bei einem kleinen Open-Air-Gottesdienst.
Gegen 16.00 Uhr erreichte die Gruppe schließlich die ehrwürdige Englburg. Dort wurden die Pilgerinnen und Pilger von der Burgherrin herzlich begrüßt. In der alten Schlosskapelle, die dem heiligen Georg geweiht ist, feierte die Gruppe einen kindgerechten Pilgergottesdienst. Ein besonders bewegender Moment war es, als die Sorgenbriefe der Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Altenheim zum Altar gebracht wurden. Damit wurden all die Bitten, Ängste, Hoffnungen und Gedanken symbolisch vor Gott getragen.
Vielleicht ist genau das das Schöne am Pilgern: Man geht nicht nur einen Weg mit den Füßen, sondern auch mit dem Herzen. Und manchmal trägt man dabei nicht nur die eigenen Sorgen, sondern auch die eines anderen ein Stück mit.
Zwischen Waldwegen, Liedern, Schwänen und alten Burgmauern wurde spürbar: Gemeinschaft kann tragen. Und geteilte Sorgen werden manchmal tatsächlich ein wenig leichter.



