„Du bist mein Freund!“ – Das ist ein Satz, der mitten ins Herz trifft. Vor allem, wenn ihn nicht nur die beste Freundin auf dem Pausenhof sagt, sondern Jesus selbst. Genau darum ging es in den diesjährigen Erstkommunionfeiern am 9. Mai um 10 Uhr und 14 Uhr in Neukirchen, sowie am 16. Mai in Tittling.
26 Erstkommunikanten aus Neukirchen, 10 Kinder aus Witzmannsberg und 25 Drittklässler aus Tittling hatten sich viele Wochen mit Weggottesdiensten, in Tischgruppen, Großgruppenstunden, und einem Erstkommunion-Bibeltag auf den Empfang des Sakraments vorbereitet. Beim festlichen Erstkommuniongottesdienst war es dann so weit. Die Kinder zogen mit ihren liebevoll verzierten Kommunionkerzen in die Kirche ein. Ganz aktiv gestalteten sie die Heilige Messe mit aus. Neben dem Begrüßen der Gäste, den Kyrie-Rufen und den Fürbitten gab es auch einen großen Gabenzug, in welchem die Jungen und Mädchen nicht nur Brot und Wein zum Altar brachten, sondern auch ein Freundebuch und ein großes Herz. In das Freundebuch hatten sich alle Kommunionkinder des Jahrs bereits bei der ersten Gruppenstunde im Oktober eingetragen.
Dekan Fabian Feuchtinger stellte während der Predigt Fragen, die direkt ins Leben greifen: Was macht eigentlich einen guten Freund aus? Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten: „Er hilft mir!“ – „Er lacht mit mir!“ – „Er ist da, wenn ich traurig bin!“ Und irgendwo zwischen ehrlichen Kinderworten und einem Schmunzeln der Gemeinde wurde klar: Die Kinder wissen ziemlich genau, worauf es ankommt. Schnell wurde der Bogen zu Jesus gespannt. Denn auch er nennt uns seine Freunde. Aber was bedeutet das eigentlich? Ist Jesus so jemand, der einem den Radiergummi leiht? (Wahrscheinlich schon – wenn er einen hätte.) Oder steckt da mehr dahinter? Die Kinder fanden auch darauf Antworten: „Er hört mir zu, auch wenn ich nichts sage.“ – „Er ist immer bei mir.“ – „Er hat uns lieb.“
Und damit waren sie schon ganz nah am Kern des Evangeliums: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Freunde hingibt.“ Das klingt erstmal ziemlich groß – fast zu groß für den Alltag. Aber genau hier wurde die Predigt ganz praktisch: Freundschaft zeigt sich nicht nur in großen Heldentaten. Sie beginnt im Kleinen. Wenn wir einander zuhören, wenn wir teilen, wenn wir jemanden nicht auslachen, sondern mitnehmen, wenn wir verzeihen, statt nachtragend zu sein. So wurde deutlich: Freunde Jesu erkennt man nicht an einem besonderen Abzeichen oder daran, dass sie besonders fromm schauen. Sondern daran, wie sie miteinander umgehen.
Musikalisch gestaltet wurden die Gottesdienste von der Gruppe Grenzenlos aus Ruderting, Zeitlos aus Neukirchen und dem Kirchenchor aus Tittling. An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an alle, die bei der gesamten Kommunionvorbereitung und den Gottesdiensten mitgeholfen haben.



