„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)
Ein besonderer Tag voller Eindrücke, Begegnungen und neuer Perspektiven liegt hinter den Firmlingen unseres gesamten pastoralen Raums. Gemeinsam nahmen sie am Caritas-Tag teil, den, wie auch die Jahre zuvor, Gemeindereferent Felix Sanftleben, vorbereitet hatte.
Treffpunkt war der Hauptbahnhof Passau – ein Ort, an dem täglich unzählige Menschen aufeinandertreffen. Doch an diesem Tag begann hier für unsere Firmlinge eine Reise, die nicht nur durch die Stadt, sondern vor allem mitten hinein in die Lebenswirklichkeit anderer Menschen führte.
Der erste Weg ging zur Bahnhofsmission. Dort bekamen die Jugendlichen einen unmittelbaren Eindruck davon, wie wichtig diese Einrichtung ist. Menschen in Not finden hier einen geschützten Ort, ein offenes Ohr und ganz konkrete Hilfe – oft genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird. Für viele Firmlinge war es bewegend zu sehen, wie selbstverständlich hier Unterstützung geleistet wird, unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation.
Anschließend ging es gemeinsam weiter ins Konradinum, das Haus der Caritas. Dort wurden wir herzlich von Agnes Stefenelli empfangen, die uns mit viel Herz und großer Offenheit durch das Haus führte. Schnell wurde deutlich: Das Konradinum ist weit mehr als nur ein Gebäude – es ist ein Ort gelebter Nächstenliebe.
Bei der Führung erhielten die Firmlinge Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Hauses. In der Kleiderkammer wurde sichtbar, wie durch gespendete Kleidung ganz konkret geholfen werden kann. Die Tafel zeigte eindrücklich, wie wichtig es ist, Lebensmittel zu teilen und Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. In der Suppenküche wurde deutlich, dass es oft nicht nur um eine warme Mahlzeit geht, sondern auch um Begegnung, Würde und Gemeinschaft.
Besonders berührend war auch der Einblick in die Herberge. Hier finden Menschen ohne festen Wohnsitz einen Platz zum Ausruhen, Schutz vor der Kälte und ein Stück Geborgenheit. Für viele Firmlinge war dies ein Moment des Innehaltens – verbunden mit der Erkenntnis, wie wertvoll ein sicheres Zuhause ist.
Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame Zeit in der hausinternen Kapelle. Zusammen mit Pastoralassistentin Anna Wagner konnten die Eindrücke des Tages sich noch einmal setzen. In dieser stillen Atmosphäre wurde spürbar, dass Nächstenliebe nicht nur ein Wort ist, sondern im Alltag ganz konkret gelebt werden kann.
So bleibt dieser Caritas-Tag nicht nur als interessantes Programm in Erinnerung, sondern vor allem als eine Erfahrung, die zum Nachdenken anregt und vielleicht auch dazu ermutigt, selbst aktiv zu werden.



