„Der Weg ist das Ziel.“ Dieses Konfuzius zugeschriebene Zitat passte bei den Ministrantenaufnahmen im Pfarrverband Tittling-Neukirchen vorm Wald besonders gut. Denn obwohl drei ältere Ministranten einen großen Kompass dabeihatten, war zunächst gar nicht klar, wohin die Reise gehen sollte. Aus diesem humorvollen Anspiel entwickelte sich der rote Faden zweier besonderer Gottesdienste, bei denen insgesamt elf neue Ministrantinnen und Ministranten aufgenommen wurden.
Ein Kompass zeigt die Richtung, aber nicht unbedingt das Ziel. Genau darum ging es bei den Aufnahmegottesdiensten am 11. Oktober in Neukirchen vorm Wald und am 17. Oktober in Tittling. In einem von den Ministranten gestalteten Predigtanspiel wurden die vier Himmelsrichtungen mit vier wichtigen Begriffen verbunden: Glaube, Gemeinschaft, Verantwortung und Freude.
Diese vier Werte geben auch im Ministrantendienst Orientierung. Ministrieren bedeutet schließlich mehr, als Kerzen oder Weihrauch zu tragen. Die jungen Menschen feiern gemeinsam Gottesdienst, übernehmen Verantwortung, schließen Freundschaften und gestalten das kirchliche Leben aktiv mit. Dass dabei auch der Humor nicht zu kurz kommt, zeigten die älteren Ministranten mit ihren augenzwinkernden Szenen aus dem Sakristeialltag.
In Neukirchen vorm Wald wurden drei Ministrantinnen feierlich in die Gemeinschaft der Messdiener aufgenommen. Als Zeichen ihrer Zugehörigkeit befestigten die drei Mädchen ihre Namensschilder am großen Kompass. Anschließend erklärten sie ihre Bereitschaft zum Ministrantendienst und empfingen den Segen.
Nach dem Gottesdienst wurde im Pfarrheim weitergefeiert. Die Ministranten hatten unter der Leitung von Oberministrantin Mia Bauer verschiedene Spiele vorbereitet und Pizza bestellt. So konnten die neuen Ministrantinnen gleich erleben, dass bei den Minis neben dem Dienst am Altar auch Freundschaft, Spaß und Gemeinschaft dazugehören.
In Tittling stand die Vorabendmesse am 17. Oktober ganz im Zeichen des Ministrantennachwuchses. Acht neue Minis wurden aufgenommen: sechs Kinder verstärken künftig die Tittlinger Gruppe und zwei gehören zur Ministrantengruppe Enzersdorf.
In Tittling begann die Feier bereits vor dem Gottesdienst. Die Oberministranten beider Gruppen hatten gemeinsame Spiele vorbereitet und Pizza bestellt. So konnten die neuen Ministranten ihre künftigen Gruppen kennenlernen und erste Kontakte knüpfen.
Besonders hervorzuheben war bei beiden Gottesdiensten die eigenständige Gestaltung durch die Oberminis. Die Ministrantenleiterrunde aus Tittling, Enzersdorf und Neukirchen hatten die Feier gemeinsam mit Gemeindereferent Felix Sanftleben vorbereitet und anschließend selbstständig umgesetzt – mit Unterstützung des Pastoralassistenten Julian Vater. Mit kreativen Texten, humorvollen Spielszenen und persönlichen Gedanken zeigten sie, wie lebendig und ansprechend Glaube sein kann.
Dekan Feuchtinger zeigte sich begeistert vom Engagement der Jugendlichen. Besonders freute ihn, dass junge Menschen anderen jungen Menschen die Freude am Glauben und an der Liturgie vermitteln. Die eigenständige Gestaltung des Gottesdienstes machte deutlich, wie viel Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Glaubensfreude in den Ministrantengruppen steckt.
Auf die elf neuen Ministranten warten nun viele gemeinsame Erlebnisse – bei Gottesdiensten, Gruppenstunden, Ausflügen und weiteren Aktionen. Wohin ihr Weg sie führen wird, wissen sie heute vielleicht noch nicht. Mit Glaube, Gemeinschaft, Verantwortung und Freude haben sie jedoch einen guten Kompass für die kommenden Jahre. Und falls sie doch einmal die Orientierung verlieren, stehen ihnen genügend erfahrene Minis zur Seite.



